Charlotte, Soziale Arbeit

Praktikum auf Sizilien, Italien

Charlotte, Soziale Arbeit

Meine Erfahrungen bei der Suche der Praktikumseinrichtung und Bewerbung

Meinen Praktikumsplatz habe ich in Form einer Stellenausschreibung auf dem Portal „erasmusintern.org“ gefunden und mich mit einer auf Englisch verfassten, internationale Normen beachtenden Bewerbung auf die Stelle beworben. Während der Bewerbungsperiode erschien die zwischengeschaltete Agentur, welche als Praktikavermittlungsinstanz agierte, sehr professionell. Im Laufe meines Praktikums konnte sich dieser Umstand leider nicht bestätigen, weshalb ich von einer weiteren Zusammenarbeit mit dieser Agentur absehe.

Stattdessen strebe ich einen direkten Vertrag mit meiner Praktikumsorganisation für zukünftige Zusammenarbeiten an und habe mich deshalb auch dazu entschieden, diese Organisation in meinem Erfahrungsbericht zu vermerken. In Bezug auf die Bewerbung kann ich jedem empfehlen, mindestens ein Jahr vorher anzufangen, da die internationale Bürokratie enorm viel Zeit beansprucht.

Meine Erfahrungen bei der Wohnungssuche und Anreise

Durch meine zwischengeschaltete Agentur, welche für die Organisation meines generellen Aufenthalts in Agrigento verantwortlich war, wurde mir eine Wohnung bereitgestellt, die ich mir mit drei anderen Erasmus+-Student*innen teilte. Ich habe das Flugzeug gewählt, um auf direktem und schnellstem Weg nach Sizilien zu gelangen, und habe anschließend mit dem Reisebus die letzten drei Stunden nach Agrigento zurückgelegt.

Das Zugnetz ist im Süden Siziliens nicht weitläufig ausgebaut, weshalb der Bus in dieser Hinsicht für mich die bessere Option war. Ich bin bereits eine Woche vor Beginn meines Praktikums in Agrigento angereist, um mich einzuleben und meine Umgebung kennenzulernen. Dies kann ich wirklich jedem empfehlen, denn es verschafft ausreichend Zeit, um den Arbeitsweg zu planen und den Standort wichtiger Institutionen, wie beispielsweise des Supermarkts, der Post, der Bank oder des Arztes, ausfindig zu machen.

Außerdem habe ich die erste Woche genutzt, um mit dem Bus an die Küste zu fahren und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, um meine Italienischkenntnisse aufzufrischen.

Poster zum 10. Dezember – Tag der Menschenrechte

Was ich mitgenommen habe:

Die Arbeit mit den Jugendlichen hat mir gezeigt, wie wichtig Empathie und Offenheit im Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten sind.

Meine Erfahrungen beim Praktikum

Ich habe für etwa fünf Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung für unbegleitete geflüchtete Minderjährige gearbeitet, wobei die Bewohner der Einrichtung aus verschiedensten Ländern kamen, wie zum Beispiel Ägypten, Bangladesch, Somalia, Gambia und dem Sudan. Dieser Umstand brachte eine außerordentliche sprachliche Vielfalt mit sich, sodass ich am Ende meines Praktikums über ein breites Sprachenrepertoire verfüge. Die Jugendlichen haben mich dazu inspiriert und ermutigt, meine Sprachfähigkeiten weiter auszubauen.

Während meines Praktikums lag ein großes Augenmerk auf dem Kennenlernen der bürokratischen Strukturen im Migrationsbereich. Ich assistierte bei der Registrierung neu eintreffender Jugendlicher und unterstützte meine Anleiterin bei allen administrativen Abläufen. Des Weiteren unterrichtete ich die geflüchteten Jugendlichen in der italienischen Sprache und hatte ein offenes Ohr für all ihre Fragen. Darüber hinaus habe ich musikalische und sportliche Projekte initiiert, um kreative Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.

Die alltägliche Arbeit mit den Jugendlichen hat mich in vielerlei Hinsicht fundamental bereichert, und ich blicke mit großer Dankbarkeit auf diese wertvolle Zeit zurück. Es waren vielmehr die Jugendlichen selbst als die Mitarbeitenden meiner Einrichtung, die diese Zeit für mich unvergesslich gemacht haben. Ich habe zum ersten Mal eine für mich ganz neue Art von Wertschätzung erfahren, die mich unglaublich glücklich gemacht hat und mich in meinem Wunsch bestärkt hat, meine berufliche Laufbahn in der Entwicklungshilfe sowie im humanitären Krisenmanagement im Ausland fortzusetzen.

Ich war täglich mit verschiedensten Lebensrealitäten und Schicksalen konfrontiert, die mich das Leid der Welt auf eine sehr berührende Weise spüren ließen. Und doch gab es in diesem großen Leid diesen Hoffnungsfunken, dieses Strahlen und diese tiefe Dankbarkeit, die ich miterleben durfte. Dafür möchte ich den Menschen danken.

Meine Erfahrungen mit Alltag und Freizeit vor Ort

Aufgrund der großen Freude an meiner Arbeit habe ich meine Zeit und Energie vollständig meiner Arbeit gewidmet. Stattdessen habe ich die Zeit vor dem Praktikumsstart genutzt, um die Schönheit der Insel zu erkunden und meinem Hobby – dem Kitesurfen – im Westen Siziliens nachzugehen. Durch die Nähe zum Meer ist die Küstenregion Siziliens besonders gut für den Wassersport geeignet.

In Agrigento genoss ich abends entspannte Spaziergänge auf der Promenade, von wo aus man einen traumhaften Ausblick auf das glitzernde Umland und das Meer am Horizont hatte. Außerdem hatten sich dort diverse Restaurants und Eisdielen angesiedelt, die zum Verweilen einluden. Mein absoluter Favorit: Arancini con Mozzarella e Prosciutto.

Da die Menschen in und um Agrigento sehr hilfsbereit und gesprächig waren, kam ich immer wieder mit sehr freundlichen Menschen ins Gespräch und habe mich dadurch sehr aufgehoben und nie allein gefühlt.

Mein Fazit & Tipps

Abschließend kann ich sagen, dass mich dieses Auslandspraktikum fundamental bereichert hat und im Hinblick auf meinen beruflichen und persönlichen Weg einen Schlüsselmoment darstellt. Diese Erfahrung hat mir bereits einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie es sich anfühlt, wenn man genau im richtigen Arbeitsbereich angekommen ist.

Ich blicke mit einem dankbaren und zugleich etwas wehmütigen Gefühl auf diese Zeit zurück und hoffe, so bald wie möglich wieder zurückkehren zu können. Es bleibt für mich ein Geschenk, dass ich so inspirierende und wertschätzende Menschen aus anderen Ländern und mit so vielfältigen Lebensgeschichten kennenlernen durfte. Sie haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, und jedes Mal, wenn ich über meine Erlebnisse jemandem berichte, strahle ich bis über beide Ohren. Grazie mille!

Ebenso möchte ich meinen Ansprechpartner*innen des Erasmus+-Programms danken, die stets erreichbar und unterstützend an meiner Seite waren, als Schwierigkeiten mit der zwischengeschalteten Agentur auftraten.

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