Das Fernweh wecken…

… eine andere Kultur kennenlernen, neue Erfahrungen in einer fremden Umgebung sammeln und die eigene berufliche Zukunft voranbringen: Mehr werden! Das Leonardo-Büro Sachsen bietet dir die Möglichkeit dazu. Neben den zahlreichen Angeboten für Studierende engagiert sich Leosachsen auch für Projekte im Bereich Auslandsaufenthalte für Auszubildende. Der gebürtige Leipziger und passionierte Schauspieler Marcus Klein ist einer von ihnen. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Gärtner absolvierte er ein Praktikum in einer inklusiven Einrichtung bei Plymouth, Südengland. Die Förderung fand im europäischen Austauschprogramm für Auszubildende „Leonardo da Vinci“ statt. Seit 2007 werden alle Austausche (Auszubildende, Studierende, Personen auf dem Arbeitsmarkt, Lehrende, junge Menschen etc.) über das Erasmus-Programm gefördert.

Was war deine Motivation für ein Praktikum im Ausland?
Na ja, in erster Linie fand ich es interessant meiner gärtnerischen Tätigkeit in einem anderen Land nachzugehen, neue Techniken und Arbeitsweisen kennenzulernen – ein Interessending. Wie wird dort gearbeitet? Wie ist es in Südengland? Ich war noch nie dort, daher war es schön, das Land mal zu sehen: die Städte, Landschaften, Schlösser und Schlossgärten. Darauf habe ich mich schon besonders gefreut. Also sowohl die fachlichen Aspekte, als auch der Austausch und die Kultur dort standen für mich im Mittelpunkt. Zwischendurch haben wir ja auch schöne Ausflüge gemacht, die beides verbanden.

Und wie bist du auf das Angebot des Leonardo-Büros gestoßen?
Mein Ausbilder hat das Praktikum damals angeboten. Das Projekt lief über eine Kooperation mit dem Leonardo-Büro. Der große Vorteil war, dass alle Informationen vor Beginn der Reise bekannt waren. Welche Aufgaben kommen auf uns zu? Wo werden wir wohnen? Wir waren nicht komplett auf uns gestellt, sondern der Aufenthalt war gut durchgeplant und strukturiert.

Musstet ihr irgendwelche Kosten selbst tragen?
Nein, die Kosten für Verpflegung, Fahrtkosten und so weiter wurden komplett von den Organisatoren übernommen. Allerdings war die Zahl der Teilnehmer bei uns begrenzt. Acht Leute durften nur mit. Was mich gewundert hat war, dass sich am Ende doch nur wenige dafür begeistern konnten.

Welche Erwartungen und Vorstellungen hattest du im Vorab in Bezug auf deinen Auslandsaufenthalt?
Andere Techniken für bestimmte Aufgaben kennenlernen. Das war ziemlich interessant, denn was wir dort gemacht haben, findet man in der Form hier nicht so oft. Wir waren beispielsweise auf einem Moor, im Exmoor-Nationalpark, um dort Dämme zur Rekultivierung zu bauen. Es ist ausgetrocknet und wir haben dabei geholfen, es wieder zu bewässern. Das war anstrengend, aber auch eine gute Erfahrung.

Welche Erfahrungen haben dich während deines Aufenthalts besonders stark geprägt?
Die Ausflüge habe ich ja schon erwähnt. Aber auch der Ort, an dem wir sozusagen fest gearbeitet haben und untergebracht waren, ist mir gut in Erinnerung geblieben. Das war eine alte Schlossanlage auf der eine Behindertenwerkstatt untergebracht ist. Dort können alle selbst gärtnerisch tätig sein, Töpferarbeiten machen und einen Bandraum, in dem verschiedene Instrumente gespielt werden können, gab es dort auch. Genau wie ein Studio für eigene Filmdrehs. Für diese Einrichtung haben wir den Garten gestaltet und sehr eng mit den dort angestellten Gärtnern zusammengearbeitet. Die waren echt lustig, haben uns sehr herzlich aufgenommen, Fragen beantwortet und unsere Arbeit unterstützt. Die Arbeit mit den Menschen dort hat mir sehr viel gebracht.

Gab es denn auch Probleme oder Schwierigkeiten in Bezug auf das Praktikum?
Nein, wir sind zwar erst gegen zwölf Uhr nachts am Flughafen angekommen und mussten dann noch fünf Stunden von London aus in den Süden fahren, aber das war auch schon alles. Dort zurechtzukommen war kein großes Problem. Wir haben uns innerhalb der Gruppe gegenseitig gestützt und geholfen. Und eine Betreuerin hatten wir auch, die uns geholfen hat, wenn es nötig war. Die Organisation war spitze.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ich würde sogar sagen übertroffen. Vorher konnte ich mir nicht so viel darunter vorstellen. Aber als ich da war, hat es mich direkt gepackt. Das würde ich auf jeden Fall nochmal machen. Denn ein Auslandspraktikum bietet so viele Erfahrungen und Möglichkeiten, dass man sich das nicht entgehen lassen sollte.